Mit rund 100 Filialen und 620 Beschäftigten war Unimarkt eine feste Größe im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel – doch nun schließt die Kette alle Standorte. Dieser Artikel zeigt, warum die regionale Kette schließt, welche Standorte von Spar übernommen werden und was für die betroffenen Mitarbeiter sowie die Nahversorgung in den Gemeinden auf dem Spiel steht.

Anzahl Filialen: rund 100 ·
Mitarbeiter betroffen: 620 ·
Standorte zur Übernahme durch Spar: 23 (angemeldet) ·
Sitz: Traun, Österreich ·
Eigentümer: Unigruppe

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exaktes Schließungsdatum der Filialen
  • Zukunft der restlichen Standorte nach Prüfung
  • Anzahl tatsächlich übernommener Mitarbeiter
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht

Die wichtigsten Kennzahlen zur Unimarkt-Schließung im Überblick:

Sechs Fakten zur Unimarkt-Schließung im Überblick
Merkmal Angabe
Eigentümer Unigruppe
Sitz Traun, Österreich
Filialen rund 100
Mitarbeiter (betroffen) 620
Schließung 2025 (voraussichtlich)
Übernahme durch Spar 23 Standorte (angemeldet)

Wer steckt hinter Unimarkt?

Die Unigruppe als Eigentümer

  • Unimarkt war Teil der Unigruppe mit Sitz in Traun. Die Unigruppe (österreichische Handelsgruppe) war der Mutterkonzern der Lebensmittelkette (trend).
  • Die Gruppe betreibt auch die Nahversorger Nah&Frisch und Land lebt auf – beides ebenfalls Formate im ländlichen Raum.

Sitz und Unternehmensstruktur

Unimarkt hat seinen zentralen Verwaltungssitz in Traun in Oberösterreich. Die Struktur der Unigruppe ist ein klassisches österreichisches Familienunternehmen, das über Jahrzehnte gewachsen ist – laut Berichten mit Fokus auf regionale Nahversorgung. Die Kette war in Oberösterreich und der Steiermark besonders stark vertreten (BauernZeitung (österreichisches Agrarfachmedium)).

Fazit: Die Unigruppe war der Eigentümer von Unimarkt, Sitz in Traun. Das Unternehmen konzentrierte sich auf den ländlichen Raum. Für die Kunden bleibt abzuwarten, ob die verbleibenden Schwestermarken wie Nah&Frisch das Vakuum füllen können.

Die Unigruppe verliert mit Unimarkt ihr Flaggschiff, bleibt aber mit Nah&Frisch und Land lebt auf präsent.

Wieso sperrt Unimarkt zu?

Gründe für die Schließung

  • Unimarkt selbst nannte als Hauptgrund ein schwieriges Marktumfeld und verwies auf eine „makroökonomische Konstellation, die das Unternehmen nicht ändern könne“ (trend (österreichisches Wirtschaftsmagazin)).
  • Hinter den Kulissen war es der Wettbewerbsdruck durch die großen Ketten Spar, Rewe (Billa) und Hofer, der den regionalen Anbieter in die Enge trieb.
  • Die Schwäche des Standorts: Viele Filialen lagen in kleinen Gemeinden, wo die Kundenfrequenz sinkt.

Wirtschaftliche Situation

Genauere Zahlen zu Umsatz oder Verlust von Unimarkt sind nicht öffentlich. Doch der Schritt, sich komplett aus dem Filialgeschäft zurückzuziehen und alle Standorte zu verkaufen, spricht für eine Eskalation der finanziellen Lage. Die Ankündigung erfolgte am 30. September 2025 (trend). 620 Mitarbeiter waren direkt von den Folgen betroffen (krone.tv NEWS).

Das Dilemma

Für Unimarkt und die Unigruppe bedeutete das schwindende Geschäft eine schmerzhafte Wahl: entweder langsam verkümmern oder sich radikal umstrukturieren. Sie entschieden sich für den kompletten Rückzug.

Fazit: Unimarkt schloss wegen einem schwierigen Marktumfeld und hohem Wettbewerb. Das Unternehmen zog die Notbremse und gab den Filialbetrieb auf. Für die bisherigen Mitarbeiter steht nun die Jobsuche im Fokus.

Der Rückzug zeigt, wie der Wettbewerbsdruck regionale Händler aus dem Markt drängt.

Wie lange gibt es noch Unimarkt?

Zeitplan der Schließung

  • Die Schließung erfolgt schrittweise ab der Ankündigung am 30. September 2025. Am 20. Dezember 2025 sollten vier Filialen in Oberösterreich, drei in der Steiermark und eine in Niederösterreich geschlossen werden (MeinBezirk.at (Regionalnachrichtenportal)).
  • Es gibt kein festes Enddatum für den letzten Unimarkt-Markt. Die Schließungen laufen parallel zur Übernahme durch Spar oder andere Pächter.

Letzte Öffnungstage

Was die Kunden betrifft: Viele Filialen bleiben noch einige Monate offen, bis die Übernahme durch Spar oder andere Betreiber in Kraft tritt. Im Fall der von Spar übernommenen Standorte wollen die neuen Betreiber möglichst reibungslos weitermachen – mit den bisherigen Mitarbeitern (trend).

Fazit: Die Kunden in den betroffenen Gemeinden haben noch einige Wochen Zeit, um bei Unimarkt einzukaufen. Aber das Datum der endgültigen Schließung variiert von Filiale zu Filiale.

Die schrittweise Schließung gibt Kunden und Mitarbeitern Zeit, sich auf die Veränderung einzustellen.

Welche Unimarkt-Filialen werden von Spar übernommen?

Liste der 23 Standorte

Spar Österreichische Warenhandels-AG meldete die Übernahme von 23 Unimarkt-Standorten zur Prüfung durch die Bundeswettbewerbsbehörde an. Nach Abschluss der Prüfung wurden 17 Standorte unter Auflagen gestellt und 6 ohne Auflagen freigegeben (Bundeswettbewerbsbehörde (österreichische Wettbewerbsaufsicht)). Die genauen Adressen der 23 Filialen teilte die Behörde nicht mit. Bekannt ist bisher eine Lokalisierung in der Steiermark, Oberösterreich und Niederösterreich.

Prüfung durch die Wettbewerbsbehörde

  • Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat die Übernahme genehmigt, aber mit Auflagen belegt: 17 Standorte sind mit Wettbewerbsauflagen verbunden, um eine Marktkonzentration in den betroffenen Kleinregionen zu verhindern.
  • Die Auflagen könnten bedeuten: Spar muss bestimmte Warengruppen offen halten oder Preisabsprachen vermeiden. Welche Auflagen das im Detail sind, hat die BWB nicht öffentlich gemacht.
Wettbewerbs-Dilemma

Die BWB steht vor einem Paradox: Einerseits soll die Nahversorgung gesichert werden – andererseits darf die Marktmacht von Spar nicht zu groß werden. Die Auflagen sind der Kompromiss.

Fazit: Spar übernimmt definitiv 23 Standorte. Die Wettbewerbsbehörde hat nach Prüfung 17 Standorte mit Auflagen und 6 ohne Auflagen freigegeben. Die restlichen rund 70 Filialen suchen noch eine Lösung.

Die Wettbewerbsauflagen der BWB sichern den Markt in den betroffenen Regionen teilweise ab.

Was wird aus Unimarkt?

Zukunft der Marke

Die Marke Unimarkt wird vollständig verschwinden. Es gibt keine Pläne, die Filialen unter dem Namen Unimarkt weiterzuführen. Die von Spar übernommenen Standorte sollen künftig als Spar-Märkte oder Spar-Franchise betrieben werden.

Alternativen für Kunden

  • In den 23 von Spar übernommenen Standorten bleibt die Nahversorgung gewahrt: Spar will möglichst viele bisherige Franchisenehmer integrieren und alle bestehenden Mitarbeiter übernehmen (trend).
  • Für die restlichen rund 70 Filialen ist die Zukunft offen – viele drohen zu verschwinden, was vor allem kleine Gemeinden mit unter 4.000 Einwohnern hart trifft (Kurier (österreichische Tageszeitung)).

Bad Zell wechselt zu Adeg

Ein spezieller Fall ist die Filiale in Bad Zell (Oberösterreich): Diese wird nicht von Spar übernommen, sondern wechselt unter das Dach von Adeg, einer weiteren Handelsgruppe. Der Kaufmann vor Ort wechselt damit zu Adeg (Cash.at (Handelsfachmedium)).

Fazit: Für die Kunden in den 23 Spar-übernommenen Filialen: Sie verlieren die Marke Unimarkt, behalten aber einen Nahversorger. In den anderen Regionen droht eine Verschlechterung der Nahversorgung. For Gemeinden mit 46 Standorten in sehr kleinen Orten (Kurier) ist der Ausfall ein harter Schlag.

Die Marke verschwindet, doch die Nahversorgung besteht in 23 Standorten durch Spar fort.

„Die regionale Handelsgruppe für Lebensmittel“ – so definierte die Unigruppe ihr Geschäft auf ihrer Website. Dieses Selbstverständnis kollidierte am Ende mit der Marktrealität. Der Rückzug von Unimarkt ist das Eingeständnis der Unigruppe, dass die Kosten und der Druck zu groß wurden.

Ein Sprecher von Unimarkt gegenüber dem trend: „Die makroökonomische Konstellation können wir nicht ändern, also ziehen wir uns zurück.“ Die nüchterne Aussage zeigt, dass der Schritt nicht strategisch, sondern überlebensnotwendig ist.

Bestätigte Fakten

  • Unimarkt schließt alle Filialen (trend)
  • 620 Mitarbeiter betroffen (krone.tv NEWS)
  • 23 Standorte werden von Spar übernommen (angemeldet und geprüft) (trend)
  • Unigruppe ist Eigentümer (trend)

Was unklar bleibt

  • Exaktes Schließungsdatum jeder Filiale
  • Zukunft der restlichen rund 70 Filialen
  • Zahl der tatsächlich übernommenen Mitarbeiter durch Spar

Der Rückzug von Unimarkt aus dem Filialgeschäft ist ein Paradebeispiel für den Kampf der regionalen Nahversorger. Das Unternehmen gibt auf, und die Lücke wird teils durch Spar, teils durch Leerstand gefüllt. Für die 620 ehemaligen Mitarbeiter und die Gemeinden mit über 46 betroffenen Kleinststandorten ist die Frage: Wer füllt das Loch, das Unimarkt hinterlässt? Ohne eine schnelle Nachnutzung droht vielen Dörfern der Verlust des letzten Supermarkts.

Spar, das die Unimarkt-Filialen übernimmt, betreibt auch das Spar Express-Format für schnelle Einkäufe.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Unigruppe?

Die Unigruppe ist ein österreichisches Handelsunternehmen mit Sitz in Traun, zu dem neben Unimarkt auch die Nahversorger Nah&Frisch und Land lebt auf gehören.

Wie viele Mitarbeiter hatte Unimarkt?

Unimarkt beschäftigte laut Berichten rund 620 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von der Schließung betroffen sind (krone.tv NEWS).

Wann wurde Unimarkt gegründet?

Das genaue Gründungsdatum von Unimarkt ist nicht öffentlich dokumentiert. Die Kette war jahrzehntelang im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel aktiv.

Welche anderen Supermärkte gehören zur Unigruppe?

Zur Unigruppe gehören neben Unimarkt die Marken Nah&Frisch und Land lebt auf, die vor allem den ländlichen Raum versorgen.

Kann ich noch bei Unimarkt einkaufen?

Viele Filialen sind bis zur Übernahme durch Spar oder bis zu einem anderen Betreiber geöffnet. Der genaue Zeitplan variiert je nach Standort.

Was passiert mit den Unimarkt-Mitarbeitern?

Die Mitarbeiter wurden dem AMS gemeldet. Spar plant, bei den 23 übernommenen Standorten alle bestehenden Mitarbeiter zu übernehmen (trend).

Gibt es einen Online-Shop von Unimarkt?

Nein, Unimarkt hatte keinen nennenswerten Online-Shop. Die Kette war auf den stationären Handel in Österreich fokussiert.

Fazit: Unimarkt ist Vergangenheit. Die 620 Mitarbeiter stehen vor einer ungewissen Zukunft. Spar gibt für 23 Standorte eine Übernahme-Zusage. Für den österreichischen Lebensmitteleinzelhandel ist die Entscheidung klar: Entweder die verbleibenden Nahversorger springen ein, oder die betroffenen Gemeinden verlieren ihre letzte Einkaufsmöglichkeit.